Mit den Rad von den Niagara Fällen nach Mexiko

Die meisten Begegnungen mit Amerikanern erlebte ich auf meiner Radtour von New York nach Lima. Die USA habe ich dabei intensiv bereist. Ich habe meinen Bruder besucht, der in New Jersey mittlerweile lebte und mich erst einmal auf den Weg in den Norden gemacht zu den Niagara Fällen. 

Die Wasserfälle sind sehr beeindruckend gewesen und ich spurtete durch das Land, vollgepackt mit Tagesstrecken bis zu 200 km.

Mein Zelt taugte nichts, ich schickte es meinen Bruder zurück. Einmal hatte ich es nass zusammengepackt, dannach regnete es herein. Warum ich den Aufwand der Rücksendung machte und dann nicht verfolgte, ist unerklärlich. Vielleicht weil ich mich beschweren wollte, es ist ein Markenzelt gewesen und ein Billigzelt leistete mir in der Folgezeit gute Dienste, bis ich gegen Ende auf das Zelten ganz verzichtete und versuchte irgendwie anders immer ein Dach über den Kopf zu haben.

Bei der Reise habe ich gelernt mit weniger auszukommen und mich mit vielen Früchten gesund ernährt. Ich bin vielen Einheimischen begegnet und ihr Lebensumfeld kennen gelernt. Der Traum von Haus, einen guten Job und Freunde. 

In Texas habe ich die Grenze nach Mexiko überschritten. Es sind schöne Begegnungen in den USA gewesen, Unternehmer und einfache Arbeiter haben mich aufgenommen. Ich fuhr den Parkway Natchez Trace entlang und habe Wüsten durchquert. Grossstädte hatte ich meistens vermieden. Die Menschen, welche unzählige Getränkedosen sammeln und in Wohnwägen wohnen, warum wird Recycling nicht besser bezahlt. Wieso übernehmen die Löhne in der Gastronomie zum Grossteil die Gäste? Weshalb gibt es so wenig gutsituierte Menschen, die in Parks sitzen und Zeit zu reden haben?

Lateinamerika ist von den menschlichen Erfahrungen anders gewesen. Begegnung dort ist Alltag gewesen, in den USA eher die Ausnahme. Das Land hat in menschlicher Hinsicht meiner Meinung nach viel Nachholbedarf.